Seit 5.000 Jahren ist die Lentinger Flur besiedelt. Dies beweisen Funde aus der Jungsteinzeit (2800 - 1800 vor Chr.), der Hügelgräberbronzezeit (1550 - 1200 vor Chr.), der Hallstatt-Zeit (800 - 500 vor Chr.) und der Latene-Zeit (500 - 15 vor Chr.).

  • Die Endung „ing“ im Ortsnamen weist darauf hin, dass wohl die Bajuwaren zur Zeit der Völkerwanderung im 6. Jahrhundert hier den Ort gründeten.

  • Erstmals erwähnt wird Lenting im Salbuch der bayerischen Herzöge ca. 1231 (oder 1240). Die Angaben beweisen Lenting als wichtigen Ort im herzoglichen Amt Vohburg.

  • Jahrhunderte lang diente Lenting als Hofmark den adeligen Geschlechtern Bayerns als Herrschaftssitz, wozu das Hofmarkschloss erbaut wurde.

  • Schon ab dem 9. Jahrhundert gibt es wohl in Lenting eine Kirche, die Eigenkirche der ansässigen Adeligen war. Näheres wissen wir darüber nicht.

  • Im 13. Jahrhundert haben die Grafen von Hirschberg das Patronatsrecht an der Pfarrkirche von Lenting. 1296 überträgt dieses Graf Gebhard von Hirschberg dem Domkapitel von Eichstätt. Aus dieser Zeit ist auch der erste Lentinger Pfarrer mit Namen bekannt: er heißt Gerochus.

  • 1562 beginnen die Pfarrmatrikeln (Tauf-, Ehe- und Sterbeeinträge).

  • 1591 ist bereits eine Schule nachgewiesen.

  • 1629 wird der alte Kirchturm abgetragen, der wahrscheinlich den Chor enthielt. Ein neuer Polygonchor (jetziger Bestand) und daneben ein stattlicher Turm werden erbaut.

  • Lenting wurde von kriegerischen Auseinandersetzungen stets stark in Mitleidenschaft gezogen, bedingt durch die Lage im Vorfeld der Festung Ingolstadt.

  • 1632 fallen von den ca. 300 Einwohnern 116 der Pest zum Opfer.

  • Nach dem 30-jährigen Krieg wird die Kirche fertig gebaut und am 22. Mai 1661 von Weihbischof Wilhelm Ludwig geweiht.

  • Das Domkapitel Eichstätt bezieht aus Lenting einen Teil des Zehent. 1757 ist der Domkapitelsche Zehentstadel niedergebrannt. 1771 weigert sich der Pfarrer von Lenting, dem Domkapitel den Zehent zu geben. Das Domkapitel lässt ihn bei Wasser und Brot 8 Tage in Eichstätt einsperren.

  • Um die Mitte des 18. Jahrhunderts scheint die Kirche nach Westen erweitert worden zu sein. Die Decken schmückte man in dieser Zeit mit guten, dekorativ wirksamen Fresken und geschmackvollen Stuckaturen.

  • 1832 erhält die Kirche eine Orgel von Fa. Leis, Ingolstadt um 300 fl.

  • 1904 wird das jetzige Pfarrhaus erbaut.

  • 1913 erfolgt eine Restauration der Pfarrkirche für 9.000 Mark.

  • 1925 bis 1927 Erweiterung der Pfarrkirche durch Architekt Heindl aus München für über 90.000 Reichsmark.

  • 1926 Erweiterung des Friedhofes und Bau eines Leichenhauses, wozu die Gemeinde 7.000 Reichsmark gibt.

  • 1927 Erbauung des Schwesternhauses an der Wettstettener Straße und Beginn des Kindergartenbetriebes, damals bezeichnet als „Kinderbewahrungsanstalt“.

  • Am 1.6.1927 Weihe der erweiterten Pfarrkirche durch Bischof Leo von Mergel.

(Quellen: „Bistum Eichstätt“ v. Buchner und Schriften aus dem Pfarrarchiv)

Am 02. Juni 2002 konnte die Pfarrei Lenting das 75-jährige Jubiläum der Erweiterung der Pfarrkirche feiern.
Das Jubiläumsheft, reich bebildert und mit interessanten Details über Pfarrei- und Kirchengeschichte sowie über die Jubiläen des Kindergartens St. Nikolaus (30 Jahre) und St. Josef (10 Jahre), die im gleichen Jahr gefeiert wurden, ist im Pfarrbüro erhältlich.

Text: Georg Pfeilschifter